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GESICHTET: Biber im Verbandsgebiet

Die dynamische Entwicklung der Biberpopulationen ist auch in unserem Verbandsgebiet spürbar. Der Biber und seine Bautätigkeiten wirken sich unmittelbar und konkret auf unsere Aufgaben in der Gewässerunterhaltung aus. Grundsätzlich ist der GUV dafür verantwortlich zu beurteilen, ob von Biberbauten/-aktivitäten im Einzelfall eine Gefahr für den schadlosen Wasserabfluss ausgeht und falls ja, in Abstimmung mit der zuständigen UNB im Rahmen der Gewässerunterhaltungspflicht geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

In enger Zusammenarbeit mit der zuständigen UNB, bieten wir als Verband allen Interessierten und Betroffenen unsere Unterstützung in Form von Beratung an.  Die UNB ist für alle Beteiligten die zentrale Koordinations- und Anlaufstelle zum Thema Biber vor Ort. Sie stellt den Informationsfluss und die Beteiligung aller relevanten regionalen Stellen sicher und nimmt je nach Situation die weitere Streuung der Informationen vor.

Nach jetzigem Stand sind zwei Bibervorkommen im Verbandsgebiet bekannt. Diese stehen im Rahmen des Bibermanagements unter Beobachtung.
 
Zum einen die Biberburg in der Wohlrose im Gewässerabschnitt zwischen Jesuborn und Pulvermühle (Annawerk) in der Gemarkung Königssee zum anderen der Biberdamm im Rottenbach im Unterlauf der Ratsteiche in Ilmenau.  

Biberrevier 1: Wohlrose, Gemarkung Königssee

Unsere Managementaufgabe an der Biberburg Wohlrose, ist gegenwärtig die regelmäßige Kontrolle (mind. 5x/a). Die Burg liegt im Außenbereich sowie im FFH Gebiet: Pennewitzer Teiche - Unteres Wohlrosetal.  

Im Jahr 2020 kam es infolge erhöhter Abflüsse und der durch den Biber angelegten Totholzhaufen zum Austreten der Wohlrose aus dem Gewässerbett. Das Gewässer bildete einen neuen Seitenarm. Aufgrund des dichten Bewuchses und Verwallungen an der Böschungsoberkante war ein Rückfluss ins Ursprungsbett auf langer Strecke nicht gegeben. In Absprache mit den zuständigen Fachbehörden wurde im Unterlauf der Biberburg eine Sekundäraue ausgebildet und ein Stich in Richtung Hauptbett ausgebildet. Seither ist der schadfreie Abfluss gegeben.

Biberrevier 2: Ratsherrenteiche, Gemarkung Ilmenau

 

Die Aufgabe des GUV am Rottenbach in Ilmenau geht über die regelmäßigen Kontrollen hinaus.  Auf Grund der angrenzenden Infrastruktureinrichtungen können Konflikte mit den Biberbauwerken entstehen. Im unmittelbaren Auslaufbereich des Biberdammes befinden sich Gebäude sowie ein verrohrter Abschnitt in Richtung Bahntrasse. Ein Dammbruch vor der Verrohrung hätte erhebliche wirtschaftliche Folgen. Auf Grund dessen wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Biberbeauftragten des Landkreises und der Stadt eine Biberdammdrainage errichtet. Dammdrainagen sind eine Möglichkeit, den Wasserstand hinter Biberdämmen so zu regulieren, dass Schäden bei anliegenden Nutzern durch Einstau und Vernässung vermieden werden. Dabei werden in den Biberdamm ein oder mehrere Rohre verlegt, durch die das Wasser ab einer vorgegeben Wasserstandshöhe gleichmäßig abfließen kann.

Die Rückstauhöhe wird nicht mehr vom Biberdamm, sondern von der Einlaufhöhe der Rohre bestimmt. Voraussetzung für einen Erfolg versprechenden Einsatz einer Dammdrainage ist, dass dem Biber ausreichend Wassertiefe belassen werden kann, und der Einlauf der Drainage gegen Verstopfen gesichert wird.

In den ersten Tagen nach dem Einbau der Biberdammdrainage kann die Anlage auf Grund des Eingriffs am Biberdamm vorübergegend trocken fallen.